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1971er Motorleistung

Verfasst: Mi 6. Mai 2026, 20:10
von kelpo
Moin Experten,

ich hab mal ne Frage zu meinem Motor.
Das dürfte ein 1971er sein mit der Blocknummer D1OE6015-AA.
Könnte das schon ein Motor sein der in die „Downgrade“-Zeit fällt, also weniger Verdichtung und Leistung?
Hintergrund meiner Frage ist einfach das Gefühl, dass er nicht so in die Gänge kommt und etwas müde wirkt.
Kann das sein oder eher nicht?
Was meint ihr?

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Mi 6. Mai 2026, 21:06
von torf
Ist ein 08/15 302er Block. In 1971 lag die Verdichtung bei 9:1 - erst später kam die Ölkrise und Ford reagierte mit einer Verdichtung von 8:1.

Die Motorleistung hängt nicht vom Block ab - hier sind u.a. die Köpfe, Kolben, Nockenwelle und Ansaugspinne/ Vergaser und Krümmer entscheidend. Was Du beschreibst ist erstmal ein subjektiver Eindruck - allerdings wird ein in die Jahre gekommenen Small Block nicht mehr die Leistung haben, die er mal vor 50 Jahren hatte und aus den 210 SAE PS bleiben am Ende evtl. noch 140 DIN PS dann noch ein Leistungsschluckendes C4. Dann hast Du ungefähr die Leistung, wie ein Standard Kleinwagen in der heutigen Zeit.

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 06:48
von kelpo
Danke Christoph für die Aufklärung.
Mich hatte die KI bzgl. der Blocknummer etwas verunsichert bzgl. Verdichtung etc.

Das bedeutet dann aber auch, das hier viele mit veränderten Köpfen, Kolben, Nockenwelle etc. fahren?

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 07:39
von torf
In 60 Jahren kann viel passieren und es kann einiges verändert worden sein, da sich bei den SB Motoren so vie untereinander tauschen lässt - nicht immer zum Vorteil, was die Performance angeht. Evtl. sind auch Zündung und Vergaser nicht optimal gewählt und eingestellt oder die Erwartungshaltung an einen alten 5 Liter V8 zu hoch.
Ein Objektives Ergebnis erhältst Du auf einem Leistungsprüfstand. Hier gab es in der Vergangenheit auch schon lange Gesichter, als die reale Leistung am Hinterrad gemessen wurde :shock:

Ich hatte in meinem 66er noch einen originalen 289er Motor, der für mich subjektiv ausreichend war. Ich fand den Wagen damit auch nicht untermotorisiert. Der jetzige HO Motor ist natürlich deutlich stärker und drehfreudiger :D

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 08:00
von kelpo
Ja, ich weiß in der Zeit kann viel passieren. Mein ganzes Auto ist eher ein zusammengesuchtes Sammelsurium.
71er Motor, 67 o. 68er Getriebe, 66er Karosse, 65er Kickdown etc. und vielleicht noch mehr was ich noch nicht gefunden habe.

Evtl. ist meine Erwartung und die von anderen die bei mir mitfahren, wirklich zu hoch. Gerade wenn man einen halbwegs modernen Kleinwagen mit 150 Ps fährt ist man schon ein wenig verwöhnt.
Aber nichtsdestotrotz würde ich mir schon ein bisschen mehr Bumms wünschen. Ich brauche keine 300-400 PS. Das ist in so einem alten Wagen wohl überdimensioniert und ich möchte nicht frühzeitig ableben. Aber eben ein kleiner Aha-Effekt beim Gas geben wäre schon schön.

Derzeit ist eine Edelbrock Ansaugung S.P.2-R289 und ein Edelbrock Vergaser 1405 600 cfm verbaut. Beim Vergaser werde ich jetzt mal den AVS2 testen, evtl. wird er dann etwas spritziger. Zudem sind auch noch Longtube Krümmer von Hedman dabei, allerdings 4-1 wenn ich das richtig verstanden habe. Da sollen ja die Tri-Y gut sein.

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 09:25
von kiri67
Hallo Mark,

Wie schon weiter oben erwähnt, spielen mehrere Komponenten eine Rolle. Ein 600er Vergaser macht bei einem 289 oder 302 nur Sinn wenn er stärker modifiziert ist.
Long Tubes bringen etwas mehr Leistung oben rum und Tri Y etwas mehr Drehmoment untenrum. Die Verdichtung ist wirklich ausschlaggebend dafür müsstest du aber die Köpfe entfernen und messen.

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 10:29
von torf
Zu einer Leistungssteigerung gibt es hier wahrscheinlich ähnlich viele Beiträge, wie zu der Ölfrage. Einfach mal die Suche benutzen.

Jede Modifikation bringt ein wenig, z.B. 4V Ansaugbrücke, Vergaser, Krümmer, etc.. Interessant wird es dann bei anderen Köpfen in Kombination mit der Nockenwelle ($$$) oder ein Stroker - Voraussetzung ist allerdings ein "gesunder" Block mit einer ordentlichen Basis.

Der Tausch vom AVS auf den AVS 2 bringt ein wenig besseres Ansprechverhalten - wie schon beschrieben ist ein 600er eigentlich zu groß. Da sind Venturis mit geringerem Durchmesser (und den annular Boostern bei dem AVS 2) der 500er Modelle besser. Ich bin bei dem HO von einem AVS auf AVS 2 umgestiegen und habe diesen noch mit der Lambdasonde abgestimmt - erstaunlich, wie fett die Dinger vom Werk bedüst sind. Hier kann auch noch optimiert werden. Dazu gibt es auch einen Bericht in den Clubnews.

Wenn Du das Sammelsurium auflösen möchtest, hilft nur eine ordentliche Bestandsaufnahme der verbauten Komponenten - erst dann weißt Du, was verbaut wurde. Ob es dann Sinnhaft ist, zu optimieren, musst Du für Dich entscheiden. Eine deutliche Leistungssteigerung ohne größere Investition wird schwirig.

Re: 1971er Motorleistung

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 10:58
von kelpo
Danke euch Christoph und Kiri für eure Meinungen.
Mir ist klar geworden das eine Leistungssteigerung nur mit größeren Investitionen zu bewerkstelligen sind, Kopf, Kurbelwelle, Stroker etc.
Ich war einfach nur unsicher ob meines Motorblocks.
Und mich hatte nur mal interessiert wie hier die Mehrzahl unterwegs ist. Also Stock-Motor oder Leistungsgesteigert.

Das Abtimmen mit Lambdasonde ist aber sicher auch nicht für einen unerfahrenen Schrauber.
Das die AVS2 fetter vom Werk aus bedüst sind, wusste ich. Aber sicher nicht so fett wie mein jetztiger Vergaser. Den Motor kann ich kalt easy ohne Choke starten. Ich warte den neuen Vergaser jetzt erstmal ab und schaue über die Zeit wie es läuft.