es wird wohl langsam Zeit, dass auch ich uns kurz vorstelle bzw. unseren Stang. (haben schon genug Wissen hier im Forum abgegriffen; vielen Dank an alle, die mir weitergeholfen haben)
Wir, meine bessere Hälfte Elke und ich (Claus), besitzen seit 09/2013 ein 70er Mustang Coupé in Bright Blue Metallic mit 351 Cleveland, FMX-Getriebe und 9'' Achse. Diesen restaurieren wir so wie es die Zeit zulässt, die allzu oft fehlt. Während der Restauration sollte unser Pony möglichst immer fahrbereit sein. (leider bisher viel zu selten der Fall gewesen, nur knapp 4tkm gefahren in zwei Jahren)
Meiner besseren Hälfte möchte ich an dieser Stelle für Ihre Geduld danken, da viele Stunden am Wochenende und während der Woche für Arbeiten am Pony draufgegangen sind.
Auch danke ich meinem Vater, der immer eine helfende Hand und Ideen für mich hat, sowie der US-Garage die mir mit Rat und Tat zur Seite steht und natürlich Ralf für seine Tipps.
Aber nun zum SteckenPferd:
Laut Marti Report lief er am 15.01.1970 vom Band
Ein paar Extras wurden direkt mitgeordert: Schwarzes Vinyl Dach, Mittelkonsole, Power Steering, Radio und Wire Wheel Covers (die leider nicht mehr vorhanden sind).
Das fehlende Vinyl Dach störte mich beim Kauf nicht, da es den Blick auf das Dach nicht verhinderte. (soll aber irgendwann wieder drauf kommen)
Vermutlich gab es zwei Vorbesitzer in Kalifornien bevor der Stang im Mai 2013 in Deutschland ankam. Erworben haben wir ihn dann im September 2013.
Äußerlich machte er einen guten Eindruck, auch die Technik funktionierte einwandfrei. Es gab lediglich etwas Feuchtigkeit im Kofferraum (Vermutung des Verkäufers die Kofferraumdichtung) und eine nicht montierte Zierleiste der Heckscheibe, die im Kofferraum lag. Mit dem Verkäufer waren wir schnell handelseinig.
Da ich beruflich unterwegs war sorgte die US-Garage für die Vollabnahme inkl. der kompletten Vorbereitungen und die H-Kennzeichen Abnahme, sowie Umbau auf elektronische Zündung und Holraumkonservierung mit Mike Sanders. (…nie wieder!!! Es mag zwar sein, dass es keine Korrosion mehr gibt, aber schrauben…, ich habe aber artig alles wieder erneuert, wenn ich Teile aufgearbeitet habe) Auch wurde die Bereifung gewechselt und es sollte die Zierleiste der Heckscheibe montiert werden. Klappte aber nicht ganz, da unter der Heckscheibendichtung eine Durchrostung zum Vorschein kam, in die locker eine Hand passte. Naja, musste dann wohl beseitigt werden. Danach blieb die Feuchtigkeit aber draußen.
Relativ schnell gab der untere linke Querlenker und der Hauptbremszylinder seinen Geist auf. Auch ließ sich die Beifahrertür weder von innen noch von außen öffnen (lag vermutlich an der Feder im Türgriff)
Etwas später fiel uns dann eine weitere Durchrostung bzw. ein nicht vorhandener Batteriehalter auf, der durch ein mittlerweile marodes schwarzes Holzbrett und einem flexiblem Kabel ersetzt worden war. Auch dies wurde erledigte. Schweißen, Lackieren und Ausbeulen an der Außenhaut sowie Einstellarbeiten für die teurere Geräte benötigt werden führe ich nicht selber durch.
Nun legte ich selber Hand an. Was die letzten zwei Jahre unter Anderem so alles geschah:
Umfangreicher Service (Öl, alle Filter, Kerzen…)
3x Getriebeölwechsel (ja, manchmal muss man Lehrgeld zahlen der Erste war zum Spülen, nach dem zweiten war die Wanne undicht und nach dem reinigen des Getriebe der Wellendichtring von der Schaltwelle)
Austausch sämtlicher Gummiteile im Motorraum und sonst wo
Luftfilter und Ventildeckelgehäuse aufgearbeitet
Überholung Kühlsystem
Neue Lima
Überholung des kompletten Fahrwerks inkl. Optimierung der VA und der Lenkung (Hardyscheibe und Optimierung HA fehlt noch)
Aufarbeitung diverser Blechteile
Umbau auf Scheibenbremsen vorne mit BKV (Trommeln vorne hatten eine Unwucht)
Aufarbeitung Innenraum inkl. Austausch diverser Teile
Bodenblech im Innenraum neu grundiert und abgedichtet (keine nennenswerten Durchrostungen)
Neue Dämmung
Überholung Gebläsekasten
Drehzahlmesser und Öltemperaturanzeige
Blechtrennwand zum Kofferraum angefertigt (ist im Moment verschraubt soll aber irgendwann eingeklebt werden)
Diff.-Ölwechsel
Usw. usw.
Was mich immer wieder verwunderte, waren die vielen Senkkopfholzschrauben die in so einem Fahrzeug verbaut werden könne. Auch sonst gab es sehr erfindungsreiche Lösungen, die mir nicht so ganz zusagten.
Viele originale Schrauben habe ich dann hinten rechts unter dem Teppich gefunden. Leider haben diese die Lackierung beschädigt und für Stecknadelgroße Durchrostungen gesorgt.
Im Moment ist unser Stang mal wieder nicht fahrbereit, da die Fahrertür etwas mehr Zuwendung benötigt, bzw. im Moment in Behandlung ist. Es sind ein paar interessante Reparaturversuche unter den Lack- und Spachtelschichten zum Vorschein gekommen, die keinen vernünftigen Eindruck bei mir hinterlassen haben.
Wenn die Tür zurück kommt, soll diese chem. entlackt (markante Stellen sind schon freigelegt), phosphatieren und KTL beschichten werden. Mein persönliches Ziel ist den Wagen komplett zu zerlegen und dann für die gesamte Rohkarosse die Behandlung durchzuführen. Zuvor müssen aber noch ein paar Stellen optisch optimiert werden.
Weiter steht noch Überholung des Motors und des Getriebes auf dem Wunschzettel. Es funktioniert zwar soweit alles einwandfrei und es gibt im Moment auch absolut keine Inkontinenz mehr, aber Mann hat ja da doch noch so ein paar Ideen.

Unterm Strich würde ich den Wagen auf jeden Fall wieder kaufen. Es gab zwar oft Zeitpunkte an denen ich wie nichts Gutes geflucht habe und auch meine Laune nicht die Beste war, aber es gibt doch genügend Momente in denen Freude alles entlohnte.
Meine bessere Hälfte saget, nach dem das Pony mal wieder nach längerer Zeit aus dem Stall konnte: „Hat sich ja doch gelohnt“. Das ging runter wie Öl. Auch das Grinsen in ihrem Gesicht als Sie das Gaspedal gefunden hatte, werde ich so schnell nicht vergessen.
… und sollte ich irgendwann mal mit dem restaurieren aufhören, dann könnte ich mir gut ein weiteres Pferd im Stall vorstellen. Ganz oben auf der Liste steht ein 78/79 Bronco. Mit der Suche nach einem Bronco fing eigentlich alles an.
Und zum Schluss noch ein Bild, aufgenommen 2014 in Kerpen / Rheinland Pfalz. Der Kuchen auf der Burg war super lecker.

(die Außenspiegel vom Maverick sind mittlerweile demontiert und rechts durch einen Mustangspiegel ersetzt)
Keep on rolling
Claus