Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

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ndaustue
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von ndaustue »

immerfernweh hat geschrieben: Mo 8. Dez 2025, 16:29
Wenn du mit Stößelflächen die Auflagefläche der Hydros auf den Nocken der Nockenwelle meinst, dürfen die nicht plan sein. Die sind in Richtung Nockenwelle konvex, damit sie sich bei jedem Hub drehen können und nicht in der Führung einlaufen.
Jupp, stimmt. So ist das auch beim Kaefer. Mit ´plan wie eine Glasscheibe´ war gemeint, dass sie absolut ohne Spuren und glatt waren. Doof von mir formuliert; sorry.

aNDi
torf
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von torf »

Einen Hydro kann man zusammendrücken, wenn kein oder weniger öl drin ist. Erst mit dem Öldruck baut der Hydro seine Funktion auf. Zerlegen und reinigen kann jede Omi am Nähmaschinentisch bewerkstelligen. Öffnen - reinigen und in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenbauen...
Viele Grüße aus MH, Christoph/ Torf

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ndaustue
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von ndaustue »

Klar ist das Zerlegen und Reinigen null Problem. Nur: Wenn er bei warmer Maschine keinen oder zu wenig Druck mehr aufbaut, woran kann das liegen?

Feder schlapp, Undichtigkeit zwischen Kolben und Buchse? In kaltem Zustand war es absolut leise, nach ein paar Minuten begann das Tickern.
Normalerweise tickern defekte Hydros doch, wenn sie leer laufen und z.B. verdreckt oder verklebt sind. Oder das Spiel zu gross wird (das war ok) oder das Oel alt (das war neu).

Oder uebersehe ich was?

Wir hatten alle Hydros nach dem Abheben der Koepfe mit nem alten Stoessel runter gedrueckt. Ein einziger liess sich eindruecken; alle anderen waren fest. Und der, den man zusammen druecken konnte, ging nur zaeh wieder auseinander. Feder schlapp oder gebrochen?

aNDi
cash667
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von cash667 »

Ich würde so einen Hydro mal öffnen.
Ich hatte mal welche, die intern eingelaufen waren und kein Öl mehr fließen konnte. Im Bild sieht man das Druckstück was auf der Stößelstange liegt, von der Unterseite (mit den 2 „hellen Kreisen“
Das oberen ist ok (kleiner Kanal im inneren Kreis)
Das untere war eingelaufen (Kanal nicht mehr da)
IMG_8577.jpeg
IMG_8577.jpeg (167.23 KiB) 609 mal betrachtet
Auf diesen „Kreisen“ liegt das kleine Blech mit den 4 Bohrungen. Bei mir war das Problem, dass am Stößel kein Öl mehr ankam. Bei dir wird es sicher was anderes sein. Aber ich würde mir von der Firma mal die betreffenden Hydros hohlen und aufmachen.

Lg
Chris
Bild

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ndaustue
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von ndaustue »

Moin nochmals,

ich war nun heute vormittag nochmals in der Werkstatt. Wir haben alle Hydros einzeln gezogen und geprueft. Die Teile sind quasi neuwertig; haben null Einlaufspuren. Man erkennt an allen Hydros minimale Drehspuren, da muss man aber bei perfekt passendem Licht schon sehr genau hinschauen.
Auch die Nockenwelle haben wir durch die Hydrooeffnungen untersucht. Auch hier sind keinerlei Spuren zu sehen; das Ding sieht aus wie neu.
Es ist aber nicht ersichtlich, welcher Hydro bei warmer Maschine tickert; falls es tatsaechlich ein Hydro war..
Es kann durchaus sein, dass das Tickern auch durch die defekte Kopfdichtung verursacht wurde, das Abblasen (und tickern) begann erst, nachdem die Kiste warm gefahren war. Kruemmer hatte ich schon im Herbst getestet; die waren ok und dicht.

Auch der Chef (er ist seit 20 Jahren im Oldtimerbereich taetig und spezialisiert auf alte Briten und Amis) meint, dass man es ohne Bedenken riskieren kann und soll (die Nockenwelle ist mind. 30 Jahre alt und offenbar eine originale Ford-Welle aus etwa 1993), die Lifter zu ersetzen. Er wird einen besonders gruendlichen break in machen und fuer die Reparatur gerade stehen. Das ist ein Wort.

Fazit: Neue Kopfdichtungen, neue Hydros, doppelt gruendlicher break in und hoffen, dass sowohl Abblasen als auch Tickern vorbei ist und der Mustang wieder brav ist.

aNDi

P.S. die alten Hydros lasse ich mir mitgeben; ebenso die schrottige Kopfdichtung. Ein Schlauch-Flansch der Wasserpumpe hast ein kleines Rostloch; das wird auch gleich repariert.
ndaustue
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von ndaustue »

- Update -

Mustang laeuft wieder. Und bessser als zuvor; er schnurrt seidenweich und viel ruhiger als bisher.

Auf dem (leider etwas steinigen) Weg wurden alle Hydros ersetzt, die Kipphebelauflagen geplant, Ventile und Ventilfuehrungen geprueft. Hydros wurden nach Vorschrift auf die (fast neuwertige) Nockenwelle eingelaufen. Erfreulicherweise gab es auf dem Weg kaum Ueberraschungen; einzig die Wasserpumpe hatte eine arg angerostete Stelle innen am Stutzen des Wasserschlauchs. Die Pumpe haben wir dann kurzerhand erneuert, eine Reparatur waere unsinnig teuer geworden.

Bilder der ganzen Aktion bekomme ich, sobald ich den Wagen holen kann. Letzte Probefahrt und Abholung sind beim derzeitigen Strassenzustand leider nicht moeglich. Wenn der Platz in der Halle zu eng wird, hole ich ihn notfalls per Haenger.

Beim ersten Testlauf nach den Feiertagen sprang der Wagen perfekt an, die ersten paar Sekunden gab es noch ein leichtes Hydro-Tickern, dann war alles ruhig. Auch nach 10 Minuten mit gelegentlichem Gasgeben war alles ruhig, vor der Reparatur war das Tickern schon nach 5 Minuten sehr deutlich hoerbar. Er blaeut nullkommanull; genau wie bisher. Auch baut sich im Kuehlsystem kein deutlicher Ueberdruck auf (siehe viewtopic.php?p=396548#p396548); das war zuvor ganz anders.

Nun bin ich auf die abschliessende Probefahrt gespannt, mein Konto ist deutlich abgemagert und ich bin hoffnungsfroh, dass die kommende Saison eine Freude wird.
Ende des Jahres werde ich dann entscheiden, ob der Mustang bleiben darf. Wenn alles ok ist, geht es dann in der kommenden Winterpause an das Feintuning.

aNDi
Schraubaer2
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von Schraubaer2 »

Wenn ich "erster Testlauf mit einigen Gasstößen" lese, zweifel ich aber an einem korrekten Breakin!? :?
Oder, bezieht sich das auf danach?
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Alternator
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von Alternator »

ich kenn das so:

Start & SOFORT auf 2.000–2.500 U/min

Nicht im Leerlauf laufen lassen

Drehzahl leicht variieren (z. B. 2.000–2.400)

Laufzeit 20–30 Minuten am Stück

Kein Abstellen zwischendurch.
Beste Grüße David
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ndaustue
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von ndaustue »

Schraubaer2 hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 12:03 Wenn ich "erster Testlauf mit einigen Gasstößen" lese, zweifel ich aber an einem korrekten Breakin!? :?
Oder, bezieht sich das auf danach?
Das break in wurde schon nach dem Zusammenbau im Dezember nach Vorschrift erledigt, mit dem korrekten Oelzusatz, die Jungs kennen das ...

aNDi
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HomerJay
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Re: Ölaustritt bei offenem Ventildeckel; Kopfdichtung defekt

Beitrag von HomerJay »

Darf man fragen, was die Werkstatt dafür verlangt hat?
Cheers Homer
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